Eisriesenwelt Werfen

Die größte Eishöhle der Erde

 

 

Mitten im Tennengebirge südlich von der Landeshauptstadt Salzburg befindet sich eines der bedeutendsten Naturerscheinungen der Welt. Sir David Attenborough, englischer Naturforscher und Naturfilmer, reihte die Eisriesenwelt in einer BBC-Dokumentation unter die „Great natural wonders of the world“. Weltweit gibt es hunderte von Tropfsteinhöhlen, jedoch nur eine Handvoll Eishöhlen, die für interessierte Besucher zugänglich sind.


Die Einzigartigkeit des Eisriesenwelt-Höhlensystems liegt nicht nur an der Größe des ausgedehnten unterirdischen Labyrinths an Höhlengängen, sondern speziell in der einzigartigen Fülle und Größe an Eisfiguren. Damit ein derartiges Naturschauspiel entstehen kann, bedarf es ganz spezieller Witterungsverhältnisse, die nur ganz selten auf unserem Planeten vorkommen. Hierzu gehören die speziellen Niederschlags- und Temperaturverhältnisse jeweils in den Sommer- als auch den Wintermonaten und ein Höhlensystem mit einer Verbindung von tiefer gelegenen und höher gelegenen Öffnungen, bei denen es zu einer entsprechenden Windzirkulation kommt. Hierbei wird im Winter ein Teil der Höhle so stark unterkühlt, sodass im Frühjahr, wenn der Schnee auf den Bergen schmilzt und das Wasser durch Felsritzen eindringt, dieses in den Höhlenräumen zu Eis erstarrt, das dann auch bei sommerlichen Außentemperaturen das ganze Jahr über bestehen bleibt.

Die Höhle wurde bereits im Jahre 1879 erstmals als Forschungsprojekt betreten, wobei die ausgedehnten Erkundungen des Höhlensystems im Wesentlichen erst in der Zwischenkriegszeit stattgefunden haben. Forschungen sind auch heute noch im Gange und es wurden bisher insgesamt bereits mehr als 40 Kilometer Gesamtganglänge vermessen.

Der Höhleneingang befindet sich in 1642 Meter Seehöhe und etwa 1000 Meter über dem Salzachtal. Der Besucher gelangt heute auf einer gut ausgebauten etwa 5km langen Bergstraße zum Besucherzentrum, von dem ein mäßig ansteigender Fußweg in etwa 20 Minuten zur Talstation einer Seilbahn führt. In wenigen Minuten wird ein Höhenunterschied von 500 Metern mittels dieser Gondelbahn überwunden. Danach bringt wiederum ein etwa 20-minütiger Fußmarsch den Besucher zum riesigen Höhleneingangsportal der Eisriesenwelt. Bereits am Höhleneingang weht – speziell bei warmen Sommerwetter – ein starker kühler Höhlenwind entgegen. Den Besuchern werden hier Karbidlampen ausgehändigt, da die Höhle seit jeher möglichst naturbelassen blieb und bis heute auf die Installierung elektrischer Beleuchtung verzichtet wurde. Kaum hat man den Höhleneingang passiert, zeigen sich bereits die ersten Eisfiguren. Über eine Reihe von Treppen durchschreitet man die zum Teil riesigen Hallen und gelangt so zu den größten Eisfiguren. Diese werden vom Führer mittels eines entzündeten Magnesiumstreifens erleuchtet, sodass die Eisstruktur und die blau-grünliche Färbung des Natureises entsprechend zur Geltung kommen. Die Eisfiguren ändern sich – im Gegensatz zu Tropfsteinen – jährlich, da einerseits durch den stetigen Wind und eine gewissen Erwärmung während des Spätsommers Eis abschmilzt, andererseits jedoch im Frühjahr beim Einsickern des Schmelzwassers das Eis wieder wächst. Die Eisfiguren nehmen so immer wieder neue Gestalten an und erhielten Namen wie Eisorgel, Hymirburg – die Burg des Eisriesen, Eiselefant und viele andere mehr.

Die Führung durch das gigantische Höhlensystem führt über eine Strecke von etwa einen Kilometer und dauert ca. 1 Stunde 15 Minuten. Für den gesamten Besuch der Eisriesenwelt ab/bis Parkplatz sollten insgesamt etwa 3 Stunden eingeplant werden.

Da die Temperatur auch im Sommer knapp unter 0 Grad Celcius liegt, ist unbedingt eine entsprechende Bekleidung, wie warme Outdoor-Jacke, festes Schuhwerk und für Kinder auch Mütze und Handschuhe empfohlen.

Ein Besuch der Höhle ist speziell bei Schönwetter lohnend, da sich dann auch abgesehen vom interessanten Höhlenbesuch ein wunderbares Panorama über das Salzachtal und die Gipfel der Hohen Tauern erstreckt. Da aber dennoch viele Besucher eine Besichtigung der Eisriesenwelt gerne bei Schlechtwetter vornehmen, ist an diesen Tagen, insbesondere in den Mittagsstunden mit Wartezeiten zu rechnen. Alle nutzvollen Informationen findet der Besucher im Internet unter www.eisiresenwelt.at

Öffnungszeiten

Täglich von 1. Mai bis 26. Oktober

 

Kontakt

Eisriesenwelt
Eishöhlenstraße 30
5450 Werfen

Tel.: +43-662-842690-14
Fax: +43-662-842690-8
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Web: www.eisriesenwelt.at